Der überraschende Sprachlern-„Hack“, der eigentlich nie als Hack gedacht war

Vor einigen Jahren lernten an einer internationalen Schule in der Schweiz mehrere langjährige QBE-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer – gemeinsam mit vielen ihrer Mitschüler – in erstaunlich kurzer Zeit ein ziemlich gutes, idiomatisches Französisch.

Doch das geschah nicht nur im Unterricht.

Es geschah auf den Fluren. Auf dem Sportplatz. Beim gemeinsamen Fondue mit Freunden. Beim Bummeln durch kleine Boutiquen. Ihr Französisch verbesserte sich nicht allein durch Konjugationstabellen (auch wenn diese hilfreich waren), sondern vor allem durch ihre Mitschüler – und durch den Wunsch, eine magische internationale Erfahrung wirklich mitzuerleben. Sie übernahmen begeistert Verantwortung für ihr eigenes Lernen und schnappten so viel von der lokalen Sprache auf, wie sie konnten.

Die Jugend ist eine besonders fruchtbare Phase für den Spracherwerb. Jugendliche nehmen Grammatik und Wortschatz sozial auf. Sie lernen Redewendungen, Verkürzungen, Betonung und Akzent – jene lebendigen Elemente, die selten im Lehrbuch stehen, aber darüber entscheiden, ob Sprache natürlich oder angestrengt klingt.

QBE Sailing ist kein Sprachkurs im eigentlichen Sinne. Der Unterricht findet auf Englisch statt, ebenso wie die seemännische Fachsprache, die wir vermitteln – gewisse Englischkenntnisse sind daher erforderlich. Viele unserer Crewmitglieder sind Muttersprachler. Und doch geschieht an Bord etwas Interessantes: Englischsprachige Jugendliche teilen ihre idiomatische Alltagssprache mit ihren internationalen Mitseglern. Französische Teilnehmer wiederum werden an Land zu kulturellen Botschaftern und helfen ihren neuen Freunden in Cafés und Hafenorten mit praktischem Alltagsfranzösisch.

Das Lernen geschieht ganz nebenbei – ungezwungen und praxisnah. Ohne Leistungsdruck. (Keine unangekündigten Tests!) Das macht den Spracherwerb leicht und motivierend.

Und die Wirkung reicht weit über neue Vokabeln hinaus.

Wenn Jugendliche sich erfolgreich in einer anderen Sprache verständigen – beim Bestellen, nach dem Weg fragen oder beim Erzählen eines Witzes – verändert sich etwas. Sie erleben sich als selbstbewusste Akteure in einer größeren Welt. Täglicher Kontakt mit internationalen Gleichaltrigen stärkt ein Gefühl kosmopolitischer Sicherheit: die Gewissheit, sich in unterschiedlichen Kulturen bewegen zu können.

Studierende mit echter internationaler Erfahrung nehmen Sprachlernen nach ihrer Rückkehr oft ernster. Sprache wird vom Schulfach zum Werkzeug – für Begegnung, Reisen und neue Perspektiven. Und nicht selten wächst auch das Interesse an Geschichte, Literatur und Kultur insgesamt.

Universitäten schätzen junge Menschen mit interkultureller Kompetenz und globalem Bewusstsein. Doch wichtiger noch: Solche Erfahrungen fördern Offenheit, Empathie und intellektuelle Reife.

Wir geben keinen Sprachunterricht im klassischen Sinne. Aber wir sehen immer wieder, wie unsere Jugendlichen aufmerksamer zuhören, selbstbewusster sprechen und Lernen neu ernst nehmen – weil sie eine Welt voller Möglichkeiten entdeckt haben.